Donnerstag, 24. November 2016

Gucken wer kommt

Das ist mein Küchenfenster. Von hier aus habe ich in alle Richtungen den besten Überblick.


Nach innen kann ich sehen, was mein Personal gerade in der Küche macht, ob sie mir genug Futter in die Porzellanschale füllt oder ob es vielleicht irgendwo ein Stückchen Käse oder ein Schlückchen Sahne zu ergattern gibt.

Nach außen sehe ich genau, wer kommt, wer geht und wer schon da ist: Die Autos gegenüber kenne ich alle. Auch meine kleine blaue Kutsche steht da unten.

Nur fahre ich die natürlich nicht selbst. Ich bin schließlich CEC (Chief Executiv Cat).

Wenn ich einmal etwas brauche aus der großen weiten Welt, das ich nicht bei dem netten Boten im Intercat bestellen kann, dann schicke meine Chauffeuse vor die Tür. Sie weiß dann schon, was zu tun ist.

Samstag, 29. Oktober 2016

Mein Personal, unsere Marotten und ich

„Möchtest du nicht mal eine Geschichte über deine Marotten schreiben?“ fragte mein Personal mich neulich. „Es gibt auch etwas zu gewinnen.“

Ich war mitten in der Mittagsmeditation auf meinem neuen grünen vorläufigen Nachdenkplatz und hob leicht indigniert ein Augenlid. Mein erster Gedanke: „Kann man den Gewinn essen?“ Meine nächsten Gedanken: „Marotten?! Ich!? Kann gar nicht sein. So etwas hab ich nicht! Wieso nicht die Marotten von mo jour?! Und wieso eine Extra-Geschichte? Hier in meinem bebilderten diCATalen Poesiealbum geht es doch – wenn man es denn so bezeichnen will - um nichts anderes als um ihre und meine ‚Marotten‘!“

Ginivra liegt obenauf:
Marotte oder gute Manieren?

Es gibt tatsächlich Menschen, die behaupten, wir Katzen hätten welche. Also Marotten. Nun, als Büromieze betrachte ich die Welt mit Katzenaugen, und aus dieser Perspektive ist meine Sicht der Dinge verständlicherweise eine andere.

Was Zweibeiner für 'kätzische Marotten' halten, sind für unsereins meist 'artbedingte Notwendigkeiten' oder 'katzhaft gutes Benehmen'.

Es liegt daran, dass die Menschen uns nicht so gut verstehen - und dann produzieren sie unweigerlich Katzmissverständnisse. Wie dieses zum Beispiel:

Neulich hörte ich die Nachbarin von schräg oben (die einem grauen Kater dient) mein Personal fragen, ob ich denn nicht auch regelmäßig meine 'komischen fünf MINUTEN' hätte .... Für mich: ‚Was für eine komische FRAGE‘!

Meinte sie damit etwa, dass ich jeden Morgen genau ‚fünf Minuten‘ VOR dem großen Gong des Weckers (den ich hasse und regelmäßig mit einem lauten Knurren quittiere) damit anfange, mein Personal (die berühmte mo jour, ihres Zeichnes Chefin vom Büro für besondere Maßnahmen) beherzt wachzutreteln, ihr unüberhörbar mehrstimmig ins Ohr zu gurren und sie auf diese Weise fürsorglich darum zu bitten, rechtzeitig VOR dem Weckergetöne aufzuwachen? 

Das tue ich doch nur, damit sie den Wecker ausschalten kann, bevor er überhaupt klingelt. Auf diese Weise schütze ich ihre empfindlichen Personal-Ohren vor dem Wecker-Geräusch, das ganz sicher Gehörgangs-Krebs verursacht! Mir zumindest.

Ähnliches machen viele von uns Feliden (und sicher auch der graue Kater von schräg oben), aber die Menschen denken meist nur, dass wir dann schon vor der Zeit um unser Frühstücksfutter betteln. Das ist natürlich eine völlige Fehlinterpretation. Ich bin weder berechnend noch manipulativ, sondern behandle mein Personal in jeder Hinsicht immer höchst wohlwollend und außerordentlich respektvoll!

Eines ist ja wohl klar: Wenn es in meinem Revier ausreichend Mäuse gäbe, könnte ich nachts jagen, wie es artgerecht ist. Dann wäre ich gar nicht darauf angewiesen, dass mein Personal regelmäßig in der Früh den Dosenöffner betätigt.

In meinem 2-Raum-KDB-Balkon-Betonplattenbau-Revier aber gibt es keine Mäuse. Ich habe auch mein Personal noch nie jagen sehen. Sie frisst kein frisch gejagtes Fleisch. DAS nenne ich eine Personal-Marotte par excellance!

mo jour hat zudem die seltsame Marotte, regelmäßig die ganze Nacht zu verschlafen. Das muss man sich erst einmal vorstellen. Sie schläft! Die ganze Nacht! Noch dazu in einem Bett! Und spitzt dabei noch nicht einmal die Ohren!

Warum kann sich das Personal nicht einfach - wie ich auch - tagsüber auf irgendwelchen herumliegenden Einkaufstaschen oder in frisch gelieferten Pappkartons rekreieren, innerhalb von halbstündigen Nickerchen?

Dann hätte sie auch mehr Zeit, im Dunkeln zu Jagen. Das wäre für uns beide um einiges lustiger! Ich mopse mich nämlich des nachts und schlendere wiederholt ziemlich gelangweilt und laut maunzend mein Revier ab. Aber mo jour hält das für eine Marotte und stopft sich genervt die Bettdecke in die Ohren. „Katzenmusik!“ nennt sie mein Singen. Sie lässt mich alleine Mäuse jagen, die gar nicht da sind. Oder nur aus Plüsch.

Was das Thema Marotten angeht, haben wir uns also gegenseitig nichts vorzuwerfen. Und jetzt widme ich mich wieder meiner Mittagsmeditation. Es ist immer noch ungeklärt, ob man den Gewinn essen kann.


PS.
Dieser Text ist mein Beitrag zur Blogparade „Meine Katze, ihre Marotten & ich“, veranstaltet von der Fantasy-Autorin Platti Lorenz zum dritten Geburtstag ihres Blogs „Tyrrin Hexenkater“  im Oktober 2016.

Teilnehmen könnt Ihr dort noch bis zum 31. Dezember 2016. Aber macht's auch - Weihnachten kommt immer so plötzlich ;-)

Montag, 5. September 2016

Leckerchen

Bei mir im Büro für besondere Maßnahmen gibt es nicht viel zu Naschen.

Mein Personal mo jour hat die Leckerchen streng rationiert. Sie hat Angst, dass ich zu dick werde. Ich muss gestehen, dass ich tatsächlich zum Moppeltum neige. Aber was kann denn ich dafür, dass das Katzenfutter immer so lecker ist?!


Katze mit Lieblings-Leckerchen-Dose

Und natürlich, was verboten ist, das mögen auch wir Naschkatzen umso lieber. Eines meiner Lieblingsleckerchen besteht aus getrocknetem Fleisch und sonst gar nichts. Vor allem ist kein Zucker drin - das ist wiederum für mein Personal wichtig. 

Mo jour sagt immer "Zucker gehört nicht in die Katze."

Und wenn sie mal was sagt, dann hält sie sich auch dran. Meistens. Sobald uns eine neue Leckerchen-Dose geliefert wird (was selten genug der Fall ist), habe ich da sofort die Pfoten drauf und gebe sie nicht mehr aus den Krallen. Egal, welche Sorte. Es gibt Huhn und Thunfisch oder Ente. Davon kann ich gar nicht genug kriegen. Die mag ich alle!

Bloß, leider! Die Hersteller sind absolut katzenunfreundlich und verpacken diese leckeren Leckerchen in Dosen, die unsereins nicht selbst öffnen kann. So was sinnlos Gemeines! 

Also muss ich dann doch jedes Mal das Personal bitten, ob sie nicht vielleicht ... nur ein bisschen ... nur ein paar winzig kleine Stückchen ... mal ausnahmsweise ... ein paar mehr ... vielleicht ... sofort ...

... womit wir wieder am Anfang meines heutigen Textes wären.
Ich wünsche euch allen einen schönen Tag voller köstlicher Leckerchen!
 
>°.°<
prrrrt.


PS.
Die wunderbare Miriam vom Katzenfieber-Blog hat die Cosma-Snackies natürlich längst getestet und ebenfalls für gut befunden. Geht doch mal rüber!

Montag, 1. August 2016

Katzenkalender 2017 von Andrea Sroke

Als Chief Executive Cat im Büro für besondere Maßnahmen habe ich die hoch verantwortungsbeladene Aufgabe, mich alljährlich um einen passenden Wandkalender zu kümmern.

Eine kluge Katze geht an diese Aufgabe rechtzeitig, wenn die Auswahl noch groß und Neujahr unvorstellbar weit weg ist. Wissen wir doch alle, dass nach der lecker Weihnachtsgans vor lauter Verdauung kein klarer Gedanke mehr möglich ist.

Katze mit Kalender 2016

Schon im letzten Jahr habe ich für mo jour den fröhlich bunten Katzenkalender der Rostock-Berliner Malerin Andrea Sroke entdeckt. Ich habe ihn über dem Drucker aufgehängt, auf dem ich sehr gerne sitze. 

Ich sitze da so gerne einerseits wegen der Wärme, andererseits wegen der lustigen Geräusche, die mo jour von sich gibt, wenn sie meine kostbaren Silberhaare aus dem Druckerschacht pult, damit kein einziges verlorengeht.

Dieses Jahr habe ich gedacht, ich mache es mir mal etwas leichter, und habe gleich den Nachfolgekalender geordert:

Auch für 2017 hat die Künstlerin Andrea Sroke eine Kalenderauflage gemalt, wieder mit zwölf einzigartigen Katzengemälden.

Katzenkalender 2017

Da freue ich mich schon, der kommt wieder an denselben Platz! So werde ich denn auch nächstes Jahr so oft wie möglich auf dem Drucker hocken voller Bewunderung der Kreativen KatzenKunst, und mo jour wird noch viele silbergraue Haare aus dem Papierschacht pulen dürfen.

Auf dieses Weise wird es uns niemals langweilig.



PS.
Auf der Webseite von Andrea Sroke gibt es noch viel mehr Katzen- und andere Kunst zu entdecken, und natürlich könnt Ihr den schönen Kalender dort auch bestellen. Er kostet 25 Euro.

Persönlich könnt Ihr Andrea Sroke und ihre Kunstwerke kennenlernen auf dem Kunsthandwerkermarkt am Leuchtturm in Warnemünde am 4. und 18. August 2016 oder in Rostock auf dem KUNST-handwerker-MARKT am 26. und 27. August 2016.

Montag, 25. Juli 2016

Lindt oder Leben

Mein Personal und ich, wir haben eine große Gemeinsamkeit:

Wir lieben Schokolade!

Nur da habe ich jetzt ein Problem. Ich kriege nämlich keine!

Während mo jour ihre Schoki, Pralinés und Nougat in Krankenhausmengen verzehrt, werde ich diesbezüglich von ihr strengstens auf Diät gesetzt.

Katze mit Lindt Papier

Sie sagt, dass Kakao in jeder Form für mich giftig ist, weil er Theobromin enthält. 

Theobromin ist für viele Tiere unverträglich, auch für Hunde, und sogar für Bären und Kühe.

Falls ich das Theobromin fräße, verursachte es mir glimpflichst Durst, Erbrechen und Durchfall. Wenn es schlimmer käme, auch noch Herzrhythmusstörungen und einen Kreislaufzusammenbruch. Falls ich letzteren überlebte, könnte - nur wegen dem ollen  Kakao! - auch noch mein Zentrales Nervensystem den Geist aufgeben! Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Atemstillstand wären die Folge, und dann würde ich eine Katze gewesen sein.

Na. Das lassen wir mal lieber alles im Konjunktiv, auch wenn es schade ist um die schöne Schokolade. Aber da bin ich meinen Personal doch dankbar, dass sie mich nicht mit einer Kakaovergiftung quälen möchte. 

Nur manchmal, ein ganz klein wenig, habe ich dann doch den Verdacht, dass sie selbst es ein wenig übertreibt und mir die Geschichte vom Theobromin nur unter die Nase reibt, damit sie ihr Lindt Fioretto nicht mit mir teilen muss.

Immerhin kriege ich dann die duftenden Knisterpapierchen. Mit denen spiele ich zu gern!