Donnerstag, 14. Februar 2013

Ginivra liest

- Von Katzen und Frauen / Hrsg. Detlef Bluhm -

Zu den Aufgaben einer literarischen Büromieze gehört es unter anderem, sich hin und wieder direkt mit einem Buch zu beschäftigen. Das war schon bei meiner Vorgängerin so, bei der großen Katzebutz. Ich werde diese Tradition nun fortführen.

Ginivra liest: Von Katzen und Frauen
Der Lesetipp kam von Kater Paul. Dessen Personal ist noch viel literarischer als meines. Detlev Bluhm hat ein Buch gemacht mit Katzengeschichten von 25 verschiedenen Autorinnen.

Mit Kater Paul stehe ich per Intercat in direktem Kontakt, und er hat mir sein neues Buch geschickt, bevor es überhaupt im Laden zu kaufen ist. Da hat meine mo jour aber Augen gemacht! Außerdem hat sie sich natürlich gefreut, mich gelobt, sich mit einer großen Portion Nomnoms bei mir bedankt und sofort das Vorlesen angefangen. Ihr dachtet doch nicht etwa, ich lese selbst?

Fünfundzwanzig Geschichten - das ist eine mehr, als ich Schnurrbarthaare habe. Also eine Geschichte für jede meiner Vibrissen und eine für mein Personal. Sie darf sich ihre selbst aussuchen. Ich kann nämlich gar nicht sagen, welche der Geschichten mir am besten gefällt.

Sie sind alle toll! Vor allem deswegen, weil mein Personal beim Vorlesen ziemlich lange fast unbewegt im Sessel hängt und ich mich dieweil ganz prima an sie ranschnurren kann. Wenn ich Glück habe, lässt sie mich sogar von der Schlagsahne auf ihrer Kaffeeschale naschen.

Mo jour sagt, sie liebt die Geschichten, weil viele autobiographisch sind. So erfährt sie etwas Persönliches von den Frauen, deren Bücher und Geschichten sie schon lange aus anderen Zusammenhängen kennt.

Außerdem beruhigt es sie. Sagt sie: „Es beruhigt mich, zu wissen, dass auch andere Geschichtenschreiberinnen und -erzählerinnen sehr viel Kraft und Inspiration aus einem Leben mit Katzen ziehen.“ Na, das will ich wohl meinen! Da sind wir in bester Gesellschaft!

In Gesellschaft nämlich von Eva Demski, Anne Frank, Irmtraud Morgner, Rosa Luxemburg, Marlen Haushofer und Angelika Schrobsdorff, ebenso Edith Sitwell, Virginia Woolf und Christa Wolf und so vielen anderen. Alles Katzenfrauen. Die reinste katzenliterarische Selbsthilfegruppe ist da beieinander!

Mir gefällt besonders gut, dass manche der Geschichten gar nicht eigens über eine Katze geschrieben wurden. Statt dessen hat sich jemand die Mühe gemacht, aus einem Werk (z. B. Haushofers Wand oder Franks Tagebuch) genau die Stellen herauszuschreiben, in denen katz vorkommt. Ein literarisches Katzenextrakt, quasi.

Die Aufmachung des Buches ist eher schlicht: Das glatte, duftige Paperback schmeichelt meinem Sinn für Purismus. Die Seiten rascheln beim Umblättern fast wie geschnurrt, und die Schrift ist angenehm groß. Das ist wichtig - da muss mein Personal nicht extra aufstehen, falls die Lesebrille mal nicht direkt neben dem Ohrensessel liegt. Da habe ich dann auch etwas von!

Ab nächsten Montag, 18. Februar 2013 könnt Ihr das Buch dann auch selbst kaufen im Buchladen eures Vertrauens. Meine Empfehlung!

Ihr könnt es Euch aber auch vorlesen lassen von der wunderbaren Natalia Wörner am 20. März 2013 in der Berliner Fasanenstraße.

Da kann ich leider nicht dabei sein, 800 Kilometer auf eigenen Pfoten, das schaffe ich nie! Statt dessen frage ich schon einmal neugierig an:

Wann kommt denn das Buch „Von Katern und Männern“? Ich bin schon ganz gespannt!

Von Katzen und Frauen: herausgegeben von Detlef Bluhm, Insel Taschenbuch, Berlin 2013; ISBN 9783458359128, 172 Seiten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für dein Schnurren, Fauchen und so.
prrrt.
>°.°<